Wie werden Messen nach der Corona-Pause gestaltet werden?

Mittwoch, 13. Mai 2020
Von: Pascal Dicks
Themen: Covid-19

Die Veranstaltungsbranche war schon bereits vor den ersten Reaktionen der Regierung zur Coronakrise einer der am deutlichsten betroffenen Wirtschaftszweige. Nun hat die Regierung kürzlich definiert, dass Messen nicht als Massenveranstaltungen gelten - somit könnten Messen ab Juni wieder erlaubt sein. Doch wie werden Messen nach dem ganzheitlichen Verbot aussehen? Welche Maßnahmen werden Veranstalter und Austeller treffen? Wie hat sich die Messebaubranche auf den Wiedereinstieg vorbereitet?

Gestaltung von Messen nach der Coronapause

Seit Beginn der Corona-Pandemie in Europa haben die Bundes- und Länderregierungen verschiedene Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus aufgestellt. Die getroffenen Schutzmaßnahmen werden dabei immer wieder den Beobachtungen und Entwicklungen des jeweiligen Umfeldes angepasst.

 

Vorkehrungen zur stufenweise Wiedereinführung von Messen

Um Messen und Veranstaltungen innerhalb einer umsichtigen und verantwortungsvollen Vorgehensweise zu ermöglichen, hat das „Research Institute for Exhibition and Live-Communication (R.I.F.E.L.)“ in Zusammenarbeit mit verschiedensten medizinischen Fachberatern und Institutionen eine Handlungsempfehlung für eine gestaffelte und sichere Rückkehr von Messen und Veranstaltungen erarbeitet. Ein Stufenleitplan sorgt dabei für die Einhaltung der nötigen Vorkehrungen in den verschiedenen Phasen des Wiedereinstiegs.

Die Veranstaltungsbranche ist sich der immensen Verantwortung bewusst und daher beinhalten die Empfehlungen mehr als nur eine Erfüllung der behördlichen Vorgaben für die Aufführung von Messen und stehen im Einklang mit den Empfehlungen der WHO. Zur Sicherstellung der erforderlichen Maßnahmen wurden hierfür verschiedene Schutzleitlinien entwickelt. Die jeweiligen Maßnahmen müssen für die gesamte Dauer der Messe (Aufbau der Messestände, Messedauer, Abbau der Messestände) gewährleistet werden.

 

Allgemein geltende Regelungen für Messen in der Zukunft

Für die Ausführung einer Messe ohne zusätzlich erforderliche Maßnahmen, kann die Durchführung eines Covid19-Tests im Vorhinein bei allen Besuchern und Mitarbeitern verpflichtend werden, um eine Ansteckungsgefahr unter allen Beteiligten auszuschließen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es außerdem denkbar, dass entsprechende Schnelltests entwickelt werden, welche eine Prüfung vor Ort möglich machen würden.

Hierfür sind ebenfalls vollständige und manipulationssichere Teilnehmerlisten erforderlich und es muss gewährleistet sein, dass keine unbefugten Personen das Messegelände betreten können. Zudem gelten die zum Zeitpunkt der Messe allgemein gültigen Hygienevorschriften des Robert-Koch-Instituts.

Erforderlich ist außerdem eine regelmäßige Desinfektion der Nutzflächen auf einer Messe, hochfrequentierte Flächen können temporär versiegelt werden. Zudem können Türen - wenn möglich - geöffnet bleiben bzw. elektronisch gesteuert werden. Desinfektionsspender werden in großer Menge in den Hallen verteilt und zudem an allen Zugängen aufgestellt werden.

An die Ansicht von Schutzmasken in den Gesichtern seiner Gesprächspartner wird man sich allgemein wohl zunehmend gewöhnen müssen. Auf Veranstaltungen dieser Kategorie könnte das verpflichtende Tragen eines Nasen-Mund-Schutzes entfallen, allerdings sollte das Mitführen eines solchen Schutzes für den Störungsfall weiterhin Vorschrift bleiben.

 

Messen mit erhöhten Schutzmaßnahmen

Veranstaltungen und Messen können jedoch auch durchgeführt werden, wenn die eben genannten Maßnahmen nicht eingehalten werden können. Hierfür müssen allerdings verschärfte Regelungen für Sicherheitsabstände und Hygienemaßnahmen eingehalten werden und alle Teilnehmer müssen dennoch registriert und Kontaktdaten erfasst werden, um mögliche Infektionsketten zurück verfolgen zu können. Zudem könnten datenschutzkonforme Tracing-Apps genutzt werden.

Gestaltung von Messen nach der Coronapause-1

In diesem Fall ist eine gesonderte Abstandsdefinition und -kontrolle für alle Bereiche erforderlich, damit Mindestabstände zwischen Personen jederzeit gewährleistet bleiben. Insbesondere Aufenthaltsflächen, wie z.B. Vortragsbereiche, Garderobenflächen und Sanitäranlagen bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit. Hierfür können Ampel- oder Schrankensysteme für den Zugang bestimmter Bereiche, Bestuhlungspläne, Bodenmarkierungen, Trennwände oder Absperrbänder und Hinweistafeln genutzt werden. Weiter kann der Veranstaltungsort in Zonen unterteilt und deren Zugang kontrolliert werden. Ein- und Ausgänge sind dabei möglichst zu trennen.

Für die Durchführung der Veranstaltung ist ein zusätzliches Hygienekonzept zu erstellen, in welchem die Oberflächen, zuständiges Personal und die Frequenz der Reinigung definiert werden. Zur Überwachung dieser Maßnahmen ist die Anwesenheit eines Hygienebeauftragten während der gesamten Laufzeit erforderlich. In jedem Raum des Veranstaltungsortes sollte außerdem eine ausreichende und regelmäßige Belüftung gewährleistet sein.

 

Wie könnte ein Messestand in der Phase des Wiedereinstiegs aussehen?

Gestaltung von Messen nach der Coronapause  Gestaltung von Messen nach der Coronapause

  • Ein Messestand sollte dem Besucher intuitiv die Distanz der Abstandsregelungen vermitteln und einer Ansammlung von Menschen entgegenwirken.
  • Standpersonal sollte von sich aus in sicherem Abstand zu den Besuchern gehalten werden, auch damit keine Missstimmung entsteht.
  • Besucherströme können über den Messestand geführt werden ohne sich dabei zu überlagern, z.B. durch Leitlinien und Markierungen an Boden oder Wänden.
  • Spendevorrichtungen für Desinfektionsmittel können im Messestand integriert werden.
  • Empfangscounter und Theken können mit Spuckschutz ausgestattet werden.
  • Offene Besprechungsbereiche mit ausreichender Distanz zwischen den Sitzplätzen sorgen für den nötigen Abstand.

 

Fazit zur Gestaltung von Messen und Messeständen nach der Corona-Pause

Die Rückkehr zum normalen Alltag wird in vielen Bereichen des sozialen Lebens ein enormes Umdenken erfordern, doch werden hier stets auch Chancen geboten. Nie wurde sich so intensiv mit Hygienemaßnahmen und Schutz zur Einhaltung der allgemeinen Gesundheit beschäftigt. Und waren viele Versammlungen nicht auch vor der Corona Pandemie schon ein riskanter Infektionsherd für diverse andere Krankheiten?

Auch wenn hierdurch keine Pandemie zum Ausbruch kam, endete so mancher Clubbesuch für eine Großzahl der Gäste mit einer schweren Grippe oder einem Magen-Darm-Infekt. Auch die enorme Entwicklung der digitalen Kommunikation ist für die Veranstaltungsbranche kein Risiko, denn das Verlangen nach persönlichen Kontakten wird nach dieser Phase umso stärker sein. Wie das in der digitalen Transformation im Messebau umgesetzt werden kann, erfahren Sie in diesem Blogartikel. Zudem geben viele dieser digitalen Entwicklungen neue Möglichkeiten auch in der Messewelt. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie sich die Branche entwickeln wird und wäre verwundert, wenn dabei nicht auch etwas Positives entsteht.

Infos zum RocketExpo Blog Artikel Autor:

Pascal Dicks

Pascal Dicks

Pascal ist gebürtiger Aachen und aufgewachsen in der Eifel. Nach seiner Ausbildung zum Tischler, welche er als 2. Innungssieger, Praxisbester und dritter Sieger auf Kammerebene abschloss, begann er ein Studium zum Bachelor of Arts in der Fachrichtung Produktdesign an der FH-Aachen und schloss 2013 mit Bestnote ab. Nach umfangreicher Erfahrung als Angestellter im Handwerk sowie im Bereich Produkt-/Industriedesign und als selbstständiger Produktdesigner fand er letztendlich Anfang 2019 seinen Platz als Projektmanager bei der WWM. In seiner Freizeit verbringt er seine Zeit hauptsächlich mit seiner Familie und seinen 2 Töchtern, spielt Schlagzeug in seiner Band oder man trifft ihn auf dem Mountainbike in den Aachener Wäldern oder umliegenden Bikeparks.

Alle Artikel von Pascal Dicks