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7 Do's für erfolgreiche Messen nach Corona

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Corona hat allen Messeausstellern einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Manche Unternehmen haben erst einmal abgewartet, viele Unternehmen jedoch haben alternative Marketing-Formate ausprobiert. Virtuelle Messestände, digitale Messen und/ oder digitale Showrooms erfahren momentan in Corona-Zeiten einen Boom. Das Feedback des Erfolges, der Generierung von Leads und die Festigung der Kundenbindung ist dabei sehr gemischt. Die unterschiedlichen Reaktionen sind mehr als nachvollziehbar, da wir uns an die neuen digitalen Formate erst einmal herantasten und individuell auf die jeweilige Zielgruppe abstimmen müssen. Doch wie werden erfolgreiche Messen nach Corona aussehen, und was muss dabei beachtet werden?

Langsam tritt eine „Corona-Normalität“ ein, der Impfstoff ist zwar noch nicht erfunden, jedoch muss sich das Marketing-Rad weiterdrehen. Und es werden jetzt bereits wieder erste reale kleinere Messeformate veranstaltet. Besonders im B2B-Bereich wird sich dieser Trend voraussichtlich fortsetzen. Sobald das Risiko der Ansteckung minimiert wird, werden reale Messen einen Boom erfahren. Das wird spätestens am Tag der Ausgabe eines wirksamen Impfstoffes sein. Einheitliche Meinung von Messeausstellern ist die Tatsache, dass Messen ein Alleinstellungsmerkmal haben: Face-to-face Kommunikation und die Ansprache aller Sinne, um langfristige Geschäftsbeziehungen aufzubauen und entscheidende Kaufentscheidungen zu treffen.

Erfolgreiche Messen nach Corona

Jedes ausstellende Unternehmen muss also spätestens jetzt intensiv darüber nachdenken, wie es sich auf die kommenden Messe-Formate vorbereitet. Das Ziel: Maximale Leadgenerierung, Kundenbindung/ Vertrauen aufbauen, Präsenz auf dem Social Media-Karussell und messbare Kennzahlen der Erfolgskontrolle.

Bereiten Sie sich rechtzeitig auf die Messe-Veranstaltung nach Corona optimal vor und binden Sie digitale Formate dabei ein. Hier meine 2cents: 7 Do's für erfolgreiche Messen nach Corona.

 

Inhaltsangabe

  1. Hygiene-Etiquette auf Messen
  2. Nachhaltiger Messestand
  3. Planen, ausführen, analysieren
  4. Messbarkeit sicherstellen
  5. Kosten reduzieren
  6. Hybride Formate nutzen
  7. Risikofreies Vertragswesen


1. Hygiene-Etiquette auf Messen

Ein Messestand muss den jeweiligen Sicherheits- und Hygiene-Richtlinien entsprechen. Hier gilt es aktuelle und regionale Richtlinien einzuhalten. Verallgemeinernd kann gesagt werden, dass auch auf Messeständen und in Messehallen die AHA + L + C-Etiquette eingehalten werden muss:

  • Abstand einhalten,
  • Hände regelmäßig waschen,
  • Alltagsmaske tragen,
  • Corona-App installieren und lüften.

Jeder Messestand wird auf diese Richtlinien einzahlen müssen und das Design und die Standaufteilung entsprechend anpassen. Hierzu empfehle ich diesen Blogbeitrag, der das Thema vertieft: Wie werden Messen nach der Corona-Pause gestaltet werden?

 

2. Nachhaltiger Messestand

Nachhaltig produzierte Messestände sind ein Aushängeschild für Aussteller, weil sie einen (ernst gemeinten!) ökologischen Gedanken des Unternehmens widerspiegelt. Wie sieht ein Messestand aus, der aus ökologischer Sicht einen maximal neutralen CO2-Fußabdruck hinterlässt? Nachhaltigkeit und Ökologie sollten kein Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit darstellen - im Gegenteil. Ein zeitgemäßer Messebau-Betrieb konzeptioniert Ihren Messestand derart, dass Ökologie und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Folgende Faktoren spielen bei einem nachhaltigen Messestand eine große Rolle:

  • Verwendung von individualisierten modularen Strukturen
  • Verwendung von wiederverwendbaren, ökologisch verarbeiteten Grafiken
  • Pooling-Effekte in der Logistik nutzen
  • Ressourcenschonender Auf- und Abbau, Wahl der Bauteams
  • Nachhaltige Materialauswahl von Boden- und Wanddekoren
  • Verwendung von wiederverwendbarem Mobiliar (Mietmobiliar)
  • Nachhaltig produzierte Werbemittel, (Broschüren, Give Aways, etc.)

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu einem nachhaltigen Messestand:

 

3. Planen, ausführen, analysieren

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Orientieren Sie sich in Ihren Marketing-Strategien an den P(lan), E(xecute) und A(nalyze) Kreislauf. Jede Phase zahlt auf die nächste Phase ein. Die Analyse ermittelt den Erfolg, aber sehr wichtig: Die Analyse leitet die nächste Planungsphase ein, nach dem Motto „nach dem Event ist vor dem Event“.

  • Prozessgesteuerte Events: Ihr Messebauer sollte Ihnen die Planung, Durchführung und Analyse aller Event Marketing Aufgaben (Messebau, Eventmanagement, Werbemittelhandling, Druckerzeugnisse, Virtuelle Messen) auf Knopfdruck ermöglichen können. Einen exzellenten Partner für digitales, agiles und transparentes Event Management stellt die ExpoCloud Software zur Verfügung.
  • Projektgesteuerte Events: Ihr Messebauer sollte Ihr Projekt ebenfalls nach dem PEA-Kreislauf koordinieren. Auch bei individuell angepassten Projekten kann das Prinzip messbar angewandt werden.
  • Ihr Messebauer sollte Ihre Projekte ganzheitlich auf Basis der Grundsätze der Prozessdaten- und Kostenorientierung entwickeln.
  • Ihr Messebauer sollte Ihnen die Optimierung aller Projekte durch die Bereitstellung von transparenten, quantitativen und qualitativen Informationen ermöglichen. Nur was messbar ist, kann auch optimiert werden.
  • Die Mission Ihres Messebauers kann nur erfüllt sein, wenn Sie Event Marketing Aufgaben einfach, effizient und effektiv ausführen können. Der Fokus liegt beim Aussteller.

 

4. Messbarkeit auf realen Messen sicherstellen

Messbarkeit auf realen Messen

  • Erfolgsmessung vor der Messe (Planung)

Inzwischen bietet die WWM „anonymisierte Analysen“ zu verschiedenen Messen an. Das kann man gut im Vorfeld der Planung einer Messe verwenden. Wir haben diese Studien auch als Whitepaper bei der RocketExpo verfügbar. Zu den Messeanalysen >

  • Erfolgsmessung nach der Messe (Analyse)

Ihr Messebauer sollte den Erfolg der Messe in Kennzahlen packen können. Sie müssen wissen, was die Messe gebracht hat, um die Entscheidung, ob man erneut auf diese Messe gehen soll, rational und strategisch (anstelle des Bauchgefühls) treffen zu können. Auch müssen Sie wissen, welche Messe erfolgreicher bzw. weniger erfolgreich war, um strategisch richtig entscheiden zu können.

  • Erfolgsmessung während der Messe (Execute)
Gerade in der Kommunikation mit dem digitalen Messestand oder LED-Videowänden sollte Ihr Content interaktiv angepasst werden können. Wenn Sie also eine Besuchermessung während der Messe machen, können Sie innerhalb von Sekunden Einfluss auf den Content nehmen. Damit können wir den Content auswählen, der besser zu den Zielen passt bzw. diese Ziele besser erreicht. 

 

 

5. Kosten für reale Messen reduzieren

Kosten für realen Messen reduzieren

Die Anforderungen an „Messen nach Corona“ werden aufwändiger, und die Summe der Einzelkosten pro Messe werden steigen. Einsparungen können Sie hier im Messebau selbst vornehmen.

  • Ein individuell anzupassendes modulares Messestand-System zur Miete
  • Individuelle Grafik-Fronten, die wiederverwendbar sind
  • Prozessorientierte Lieferantenkette, Effizienz der Partner
  • Messeseitige Kosten möglichst vermeiden (Riggingkosten, Wasser, Abfall, Einlagerung)
  • Individuelles Mobiliar mieten statt kaufen
Weitere Tipps zur Kosteneinsparung finden Sie hier:

 

6. Chance der hybriden Formate nutzen

Außer der herkömmlichen Messe gibt es viele weitere Formate, die messebegleitend oder alternativ denkbar sind. Die Zukunft wird eine Kombination aus vielen Formaten werden und sie werden sich gegenseitig unterstützen, ergänzen und „befruchten“. Wichtig hierbei wird die Ausgewogenheit zwischen realen/ physischen Touchpoints und digitalen Touchpoints sein.

Customer Journey

Eins steht jedoch jetzt schon fest: Die jeweiligen Veranstaltungen werden kleiner, aber feiner werden. Reale Formate werden flankiert von digitalen Touchpoints. Somit wird die Reichweite erhöht, und die reale Messe wird sich auf die reine Beschäftigung mit dem Kunden Face-to-Face fokussieren. Das wiederum wird Auswirkungen auf das Design und die Nutzung des Messestandes haben.


Reale Touchpoints:

  • Showrooms
  • Hausmessen
  • Einladungen kleiner Kundengruppen
  • PR, Print, „Mund-zu-Mund-Werbung“

Digitale Touchpoints:

  • Websites und Landingpages
  • Social Media
  • Whitepapers
  • Webinare
  • Case Studies
  • Live Demos
  • Virtuelle Messestände
  • Virtuelle Messe

Corona hat die Entwicklungsgeschwindigkeit von digitalen Marketing-Formaten befeuert. Die Begriffe Content-Marketing und Inbound-Marketing im Zusammenhang mit realen Messen sind klar: Digitales Marketing flankiert reale Formate und erhöht die Reichweite. Bei erfolgreichem Marketing erhöhen sich die Leads und bei entsprechender Effizienz verringern sich die Kosten pro Lead. Dabei sind virtuelle Messen und virtuelle Messestände durch Corona in den Vordergrund gerückt.

Hier finden Sie weitere Blogartikel zu hybriden Formaten:

 

Eine zeitgemäße Plattform für digitales Marketing sollte folgende Features anbieten können: Virtuelle Events als Element der laufenden Content Strategie:

  • Virtuelle Events sind ein Element der laufenden Content-Marketing-Strategie (Inbound Marketing) – und keine Eintagsfliege.
  • Die virtuellen Events müssen daher mit den bestehenden Systemen (CMS, CRM, Marketing-Automation) interagieren und keine Insellösung darstellen.

VirtualShow ist eine Software von ExpoCloud für virtuelle Messestände und zielt immer auf die Integration mit den bestehenden Systemen und vor Allem auf die Integration von bestehendem Content des Ausstellers ab.

  • Dem Aussteller muss klar sein, dass 3D-Content als festen Bestandteil der Content-Strategie eigenständig einsetzen zu können.
  • Aber verlieren Sie bei allen digitalen Möglichkeiten nicht den Blick auf reale/ physische Formate. Sein Gegenüber zu „beschnuppern“, das geht in der digitalen Welt (noch) nicht.

 

7. Risikofreies Vertragswesen und DSGVO

Corona hat uns vor Augen geführt wie komplex die Rechtslage bei Messe-Absagen sein kann:

  • Rechtssicherheit erhält der Aussteller und seine Vertragspartner, wenn Vereinbarungen getroffen werden, die im Vorfeld eindeutig von Rechtsgelehrten geprüft sind.
  • Prüfen Sie die AGBs Ihres Messebauers.
  • Stornofristen sollten abgestimmt werden auf die real anfallenden Kosten in der Planungs- und Ausführungsphase.
  • In Bezug auf digitale Marketing-Formate muss die Umsetzung ihrer Dienstleister, aber auch Ihre Ausführung als Aussteller DSGVO-konform sein. Auch hier empfiehlt sich ein Rechtsbeistand und eingehende Prüfung.
  • Messebauer, die sich um Rechtssicherheit und DSGVO-Konformität bemüht haben, sind klar im Vorteil. Langfristig sind diese Unternehmen zu empfehlen.
  • Schließen Sie Rahmenverträge, die Sie ruhig planen und schlafen lassen.
  • Die Mitgliedschaft Ihres Messebauers beim FAMAB-Verband sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

 

Fazit zu den Do's für erfolgreiche Messen nach Corona:

  • Die jeweiligen Veranstaltungen werden kleiner, aber feiner werden.
  • Digitales Marketing flankiert reale Formate und erhöht die Reichweite. Bei gutem Marketing erhöhen sich die Leads und bei Effizienz verringern sich die Kosten pro Lead.
  • Die Mitgliedschaft Ihres Messebauers beim FAMAB-Verband sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
  • Jetzt in die Vorbereitung gehen, es ist höchste Zeit!

Sie haben Fragen, Anregungen oder Kritik? Schicken Sie mir gerne eine Nachricht. Ich freue mich sehr über den interaktiven Austausch mit Ihnen! Ihr Bernd Freiter